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"Hoftexplosion" knackt Besucher-Rekord

10.10.2018

"Hoftexplosion" knackt Besucher-Rekord

Die vierte Auflage des Kunst- und Kulturfestivals ist ein Erfolg. Ob das Event auch im nächsten Jahr wieder stattfindet, hängt von mehreren Faktoren ab.

Hof - Jeder Mensch hinterlässt Spuren. Mit jedem Schritt, mit jedem Atemzug, mit jedem "Gefällt mir" auf Facebook. Dieses stetige Verewigen hat die Künstlerin Sophie Innmann zu einem Kunstwerk inspiriert, das sie an die Außenwand der Hoftex-Halle gesprüht hat: Entstanden ist eine mehrere Meter lange blaue Zick-Zack-Linie, die die flüchtige Performance der Künstlerin zu einer beständigen Form hat werden lassen. So wie dieses Kunstwerk hat auch die vierte "Hoftexplosion" viele Spuren hinterlassen - bei den Besuchern, den Künstlern, der Halle und den Organisatoren.

Rund 60 junge und ältere Künstler, Profis und Amateure, haben auf dem Kunst- und Kulturfestival in den Industriehallen in der Hofer Schützenstraße am vergangenen Wochenende ihre Werke ausgestellt. Sie haben Graffitis, Mode, Fotografien und Street-Art zu verschiedensten Themen dargeboten. Es gab Lesungen, Konzerte und Platz für Skateboard-Fahrer. Die Künstler haben unmittelbar die Kritik ihres Publikums zu spüren bekommen. Vor allem für Junge und Unerfahrene ein unvergessliches Erlebnis: "Es ist toll, in Kontakt mit dem Publikum zu kommen und zu hören, was sie von meiner Kunst halten", sagt die 24-jährige Nina Gläser, die surreale Motive aus der Natur zeichnet und zum ersten Mal öffentlich ihre Bilder gezeigt hat.

Auch bei den Besuchern wird die Ausstellung noch lange im Gedächtnis bleiben: Sie haben nicht nur viele Eindrücke von der Vielfalt der modernen Kunst-Szene gesammelt, sondern auch die halbe Nacht zu Elektro-Musik durchgetanzt: Magma Waves, Grafstroem, Fuxia und andere Musiker und DJs haben die Hallen zum Beben gebracht.Mittlerweile kommen Menschen aus ganz Deutschland zu dem Event. Es sind Kunstkenner dabei, aber auch Leute, die sonst mit Subkultur oder mit Kunst an sich nichts am Hut haben. So wie Susanne Seidl aus Straßdorf: "Ich bin zum ersten Mal hier und kein Kunstkenner. Aber ich bin überrascht, wie vielseitig das Festival ist und bin vor allem überwältigt von den Porträts."Aber auch an der Halle selbst hat das Festival bleibende Spuren hinterlassen: Mehrere meterhohe Gemälde und Graffiti sind an den Innenwänden entstanden. Die Location ist nun wie gemacht für Veranstaltungen der Hofer Filmtage, die hier demnächst stattfinden werden.

"Die Gestaltung der Halle ist Kunst in der Kunst", sagt Kristina Doberauer. Das beeindruckt die junge Besucherin aus Berg am meisten an der Ausstellung. Ihre Schwester Franziska Doberauer, die aus Bamberg angereist ist, mag die Mischung der verschiedenen Kunststile und -formen: "Du kannst passiv konsumieren und dir die Kunstwerke anschauen. Du kannst aber auch interaktiv agieren."Das geht zum Beispiel bei Paul Seidel. Der 13-jährige Hofer hat eine Dunkelkammer in einer Ecke der Halle eingerichtet. Hier fotografiert er Besucher und lässt in den Bildern mittels Langzeitbelichtung verschiedene Lichteffekte entstehen. Sie stehen Schlange, um Fotos von sich machen zu lassen, die der junge Künstler ihnen per Mail schicken will.Ganz unmittelbar spürt Manuel Hoffmann, einer der Organisatoren, die Spuren des Events: Seit einer Woche ist er viele, viele Kilometer gelaufen, hat organisiert, bestellt, Möbel gebaut und Meetings abgehalten. Am Sonntagabend ist er mit dem Ablauf zufrieden: "Das Festival war bombastisch, unfassbar gut besucht." Während es in den vergangenen Jahren etwa 5000 Besucher waren, waren es heuer - gemessen an den Getränkeverkäufen, denn das Festival kostet keinen Eintritt - noch mehr. "Wir werden immer größer." Deshalb kommen die Planer, Gestalter und Helfer an ihre Grenzen. Ob das Festival im nächsten Jahr wieder stattfindet? "Künstler und Besucher wollen das unbedingt", sagt Hoffmann. Aber das hänge von mehreren Faktoren ab: von den Unterstützern, den Sponsoren und nicht zuletzt davon, ob es genug Ehrenamtliche gibt, die das Großevent stemmen.

Artikel erschienen in der Ausgabe vom 08.10.2018 / Frankenpost
Autor: Julia Ertel
Bilder: Andreas Geißer

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