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Knallige Kunst in cooler Location

13.10.2017

Knallige Kunst in cooler Location

Das Kulturfestival Hoftexplosion bietet riesige Vielfalt. Die Zahl der Besucher ist deutlich gestiegen, zur großen Freude der Organisatoren.

Hof - Upcycled Fair Fashion, Spontan-Kubismus, Bilder in Cyanotypie-Technik, Lost-Places-Fotografien, Lesungen, Slam-Poetry, Live-Musik, Skater-Contest und Djs am Strand - so vielfältig geht es mitten in Hof zu beim Kunst und Kulturfestival Hoftexplosion. Bereits zum dritten Mal, von Freitag bis Sonntag, gab es begabten jungen Künstlern aus der Region eine Plattform zur - oftmals ersten - öffentlichen Präsentation ihrer Werke. 60 bis 70 Kreative waren es heuer, die meisten aus Stadt und Landkreis Hof, aber auch aus Nürnberg oder von noch weiter her. Die meisten Besucher sind zwar um die 20 Jahre alt, die Hoftexplosion ist aber eine Veranstaltung für Jung und Alt. In der Kinderecke liest Martina Groh-Schad aus ihrem neuesten Kinderbuch "Oh Schreck! - der Wärschtlamo ist weg", während gleich daneben Kiddies mit Kreidestiften und viel Enthusiasmus ein Auto bemalen.   "Ich war eher skeptisch und hatte mir eine chaotische Atmosphäre vorgestellt", sagt eine Rentnerin, die erstmals die Hoftexplosion besucht. " J e t z t b i n i c h s e h r a n g e n e h m überrascht." Sie beschreibt die Veranstaltung als "Komposition von ganz konkreten Objekten und Exponaten, aber auch von Fantastischem, das Spielräume für Interpretation lässt". Einem 16-jährigen FOS-Schüler gefallen vor allem die Bilder. "Die Location selbst ist ebenfalls recht cool. Alles in allem eine gelungene Sache", meint er. Eine Frau mittleren Alters freut sich über die vielen jungen Menschen und "die Begeisterung und das Staunen der älteren über die Kreativität, die unsere junge Bevölkerungsgruppe entwickelt". Frank Wunderatsch aus Coburg ist einer der Aussteller. Seine Installation besteht aus vielen einzeln steuerbaren LEDs. "Eigentlich ist das ein interaktives Leitsystem für Gebäude", sagt Wunderatsch. Aktuell sind jedoch Bewegungssensoren in die Prototypen eingebaut. "Die körperliche und geistige Wärme, die jeder Mensch ausstrahlt, wird durch die Lampen sichtbar gemacht, indem sie ihre Farbe verändern", erklärt der Künstler. Das kalte Blau wandelt sich in ein warmes Gelb. "Man hinterlässt quasi seine Aura." Die Hofer Schulen sind stark vertreten. In Halle eins etwa ist das Gemeinschaftsprojekt "Eine Stadt für alle" zu sehen, eine Collage, die in Zusammenarbeit von Schülern des Schiller-Gymnasiums mit Berufsschülern des Therapeutisch-Pädagogischen Zentrums entstand.   "Im Vordergrund stand der Kunstunterricht als inklusiver Gedanke", erklärt Kunstlehrer Sebastian Schumann. 2014 überlegte die Hoftex-Group, was man tun könne, damit die Textilindustrie positive Publicity erfährt. Nach der Graffiti-Aktion "Die Mauer muss bunt" gemeinsam mit "Das Loch e.V." in der Fabrikzeile startete 2015 erstmals das Festival "Hoftexplosion" in der alten Spinnerei in der Schützenstraße. Während man anfangs noch stark um die Künstler werben musste, könne man sich nun gute Künstler aussuchen, um die 3500 Quadratmeter der beiden Fabrikhallen zu füllen, sagt Annette Ohl, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Hoftexplosion. "Wir haben noch einmal sehr viel mehr Publikum als im letzten Jahr. Auch die Verweildauer ist länger. Das ist für den Organisator ein riesiges Lob. Die Veranstaltung hat sich in der Region etabliert", freut sich Ohl. "Da wir keinen Eintritt verlangen, hoffe ich, dass möglichst viel Geld in den Spendenboxen landet." Das soll der Hofer Jugendkultur und der Talentschmiede zugutekommen." Möglich ist dies alles nur mit der Unterstützung der Stadt Hof und vieler Firmen wie etwa der Herrmann +Wittrock GmbH, die die Hebebühnen zur Verfügung stellt. "Ich sehe die Menschender Region als beispielhaft für Kreativität und für den Willen, viel Zeit zu investieren um etwas aufzubauen",lobt die Neu-Hoferin. Der Vorstandsvorsitzende der Hoftex-Group, Klaus Steger, will auch im kommenden Jahr die Kunst fördern und etwas für junge Leute in der Region tun. Konkrete Pläne, wie und wo das geschehen soll, gibt es noch nicht. "Das entscheidet sich nach der Hoftexplosion", sagt Annette Ohl, "aber ich bin guter Hoffnung. Vielleicht wird es ein bisschen anders – und mit Sicherheit zu einem anderen Termin, der günstiger ist für Schüler und Studenten."                      

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