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Vliesstoffhersteller auf Wachstumskurs

04.08.2017

Tenowo in Mittweida braucht mehr Produktionsfläche. Doch bis zur Erweiterung auf Erlauer Flur dauert es noch. Investiert wird dennoch – auch neue Mitarbeiter werden gesucht.

Mittweida/Erlau - Der Vliesstoffhersteller Tenowo hält an seinen Wachstumsplänen fest. „Wir wollen unseren Produktionsbereich vergrößern, denn der Platz ist mehr oder weniger ausgeschöpft“, sagt Elmar Wind, Werksleiter der Tenowo Mittweida GmbH. Um sich Möglichkeiten für die Erweiterung zu sichern, hatte das Unternehmen bereits ein rund 14.000 Quadratmeter großes Grundstück auf Erlauer Flur erworben – westlich des Komplexes an der Viersener Straße, der sich auf Mittweidaer und Erlauer Terrain befindet.

Allerdings werden voraussichtlich noch Jahre ins Land gehen, bevor der erste Spatenstich erfolgt. Denn zunächst muss das erworbene Areal – bislang Ackerland – in industriell nutzbare Fläche umgewidmet werden. „Das erweist sich als langwierig“, so Elmar Wind. Unter anderem seien Umwelt- und Schallschutzgutachten zu erstellen.

Die Gemeinde Erlau, die die Planungshoheit über das Bauvorhaben des Unternehmens besitzt, steht den Plänen positiv gegenüber. Mehrfach bereits haben die Gemeinderäte ihr Einvernehmen geäußert, als das Projekt im Gremium auf die Agenda kam. Zuletzt war dies Mitte Juni der Fall. Dabei wurden Stellungnahmen zum Vorhaben ausgewertet sowie öffentliche und private Interessen abgewogen, teilt Bürgermeister Peter Ahnert (parteilos) mit.

Nun werden der Entwurf des Bebauungsplanes und der nötige Umweltbericht überarbeitet. Frühestens Ende 2017 könnte der Plan beschlossen werden, erklärt Ahnert. Wann die Bauarbeiten beginnen können und wie viel sie kosten werden, lasse sich derzeit nicht sagen, teilte das Unternehmen mit.

Mittelfristig werden neue Arbeitsplätze entstehen. Schon jetzt sei das Unternehmen „ständig auf der Suche nach qualifizierten und motivierten Mitarbeitern“, sagt Elmar Wind. Erfahrungen im Textilbereich seien von Vorteil. In Mittweida werde 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche gearbeitet. Beschäftigt sind rund 140 Mitarbeiter. Sie kommen aus der näheren Umgebung, aber etwa auch aus Freiberg und Stollberg. Ein Werk in Moschendorf bei Hof mit 15 Beschäftigten wird ebenfalls von Mittweida aus koordiniert. Versucht würde zudem, jedes Jahr drei bis fünf neue Auszubildende in Mittweida einzugliedern. Investitionen sind unterdessen erst kürzlich im Werk getätigt worden. In naher Zukunft sind weitere geplant. Im Frühjahr wurde ein Werkstätten- und Lagergebäude abgerissen. Dort soll ein Neubau für die Verwaltung und das Technikum, in dem neue Produkte entwickelt werden, entstehen. Im nächsten Jahr soll der Bau beginnen. Auch hierfür ließen sich die Kosten noch nicht genau beziffern, hieß es vom Unternehmen.

Auch wurden im Werk Produktionsbereiche neu aufgeteilt. „Wir haben so für die Zukunft sichergestellt, dass wir die Kunden mit einwandfreier Ware beliefern können“, sagt der 36-jährige Wind, der aus Oberösterreich stammt und seit einem Jahr das Mittweidaer Werk leitet. Zudem wurde und wird der Maschinenbestand erweitert. Montiert wird etwa eine neue Maschine, die Rohwarenvliese herstellt, welche später veredelt werden – Kosten: rund drei Millionen Euro.

Die technischen Vliese von Tenowo kommen vor allem im Automobilbau zum Einsatz, etwa als Sitzpolsterung. Hergestellt werden zum Beispiel auch technische Bänder, mit denen Kabelbäume in Autos umwickelt werden, Dekorvliese für Hutablagen, Dachhimmel und Kofferraumauskleidungen sowie Teppichrücken. Tenowo hat seinen Hauptabsatzmarkt in Europa, liefert aber in die ganze Welt.

Von Franziska Muth